Ruppsel wirft ein paar Thesen in den Raum und langsam wird mir warm genug, um darauf einzusteigen. Ich bin mir noch unsicher ueber die Form der Diskussion, aber mal gespannt, ob und was sich daraus entwickelt.
Der halbseidene Kommentar von Artesia spiegelt in etwa das wieder, worauf ich wenig Lust habe und weswegen ich die These, dass das Internet diverse Diskurse eher beguenstigt, auf einen ueberschaubarengewissen Rahmen begrenzt haben moechte. Nicht absprechen, denn positive Entwicklungen verknuepfe ich im Falle der Gender-Thematiken viel eher mit dem world wide web, denn negative, zumindest im Vergleich mit den mir bekannten Alternativen.
Und auch wenn das Alles essayistisch ist, mir fehlen verschiedene Dinge und dabei sind die reproduzierenden Brillen, durch die wir alle schauen (wollen!) nur der Aufhaenger. Rule 17 bspw. ist in einer Zeit entstanden, die nicht der heutigen entspricht – und dass sich da was geaendert hat ist gut so und bestaetigt sicherlich die These der positiven Veraenderungen. (Kleine Anmerkung: Machismo funktioniert phasenweise auch ohne Schlampen ganz gut.) Doch die gute, neutrale Macht des Internets sehe ich damit noch nicht zementiert. Ich will nicht widersprechen, wenn geschrieben steht, dass sich die Gesellschaft im Netz abbildet, hier stelle ich mir vielmehr die Frage, in welcher Form. Abgesehen vom Bildungshintergrund, wichtiger sind mir die einzelnen Inseln. Wenn jemand nach seiner oder vielmehr ihrer Freundin Anna sucht, wird sie nicht automatisch offen fuer die Vielfaeltigkeit des Netzes sein. Das gilt auch fuer verschaerftere Formen der Community-Bildung. Netzaffinitaet vorausgesetzt. Und da ist von Niedrigschwelligkeit nun wirklich nicht zu sprechen. Das Potential zur Entfernung von der Realitaet halte ich dabei fuer vernachlaessigbar.
Wenn ich schon die ganze Zeit an der Arbeit zu bzw. gegen irgendwelche/n Schoenheitsidealen herum bastel, kann ich auch das Video, welches mich dazu am meisten angesprochen hat, hier hinein packen.
Fuehl Dich gefaelligst angesprochen.
Ist natuerlich Werbung – aber manchmal gibts dort halt auch echt Perlen zu picken.
Weil mich das Buch jetzt schon einige Zeit herumtreibt…
Berlin. Wendezeit +10.
Kein Sonnenallee-Verschnitt, vielmehr eine grau-duestere und stellenweise etwas holprige Dokumentation. Das Grund-Thema, das Sitzen zwischen allen Stuehlen entwickelt sich durch zwei verschiedene Faeden, zum Einen die Geschichte des Felix S. – dem sensiblen Kickboxer, zum Anderen durch die Geschichte seiner Grosseltern, Vorzeige-Objekte des kommunistischen Kampfes gegen den Imperialismus. Gemein ist beiden letztlich die Aufloesung jedweder Ordnung und Orientierung, sowie der staendige Kampf gegen bestehende. Ich glaube, es ist nicht zuviel verraten: es gibt kein Happy End. Am Ende bleiben die Fragezeichen – stilistisch durchaus passend.
Seine Staerke gewinnt Die Geschichte des Felix S. fuer mich durch die eingestreuten Erinnerungsfetzen (welche teilweise ueberraschend tief an einem Heimatgefuehl andocken konnten) und letztlich sogar durch den Blick aus der beobachtenden, nur marginal beteiligten Position. Der Hintergrund und die Betroffenheit der Autorin, vor allem in der Distanz zur Welt von Felix, ist deutlich zu spueren. Fragen nach dem Sinn bewegen sich so zum grossenTeil auf der rhetorischen Ebene, im Vergleich zu No llores mi querida, beispielsweise. Aber darum geht es ja auch gar nicht…
Die meisten schlimmen Dinge passieren wohl, wenn es ums Prinzip geht und nicht mehr um den Einzelnen.
Verdammt, auf einem Sampler folgendes Stueck gefunden… nur dass nix dabei steht von Interpret und Co. Jemand zufaellig eine Ahnung von wem das Teil ist und wie es heisst (Schatz, ich bin’s – Conny Kramer)?
Refrain:
Ich dachte, fuer mich ne Kleinigkeit.
Fluppe holen.
Na das ist nich so schwer.
Doch der erste Automat war kaputt. Der Zweite hatte nicht meine Marke.
Beim Dritten weiss ich nicht mehr genau was geschah, nur dass da meine Orientierung weg war.
Sicherlich haben Sie schon die diesmalige CD des Monats vermisst. Dieses im Zwielicht der Musikkritiken hoch angesehene Blog hat diese Kategorie jetzt doch schon mehrere Jahre vernachlaessigt und wird dies sicherlich auch in Zukunft tun.
Dennoch, Rituale muessen gebrochen werden und von daher, mal was Sinnvolles fuer Koerper und Geist:
Kapelle Petra - Stadtranderholung
Nach den ersten beiden Kassenschlagern Felsen und Schrank folgt jetzt die Stadtranderholung. Ich moechte mich hier gar nicht ueber die Genialitaet dieser Titel und die unendlich vielen, vielen kleinen zu findenden Schmankerl auslassen… (Wer es ausfuehrlicher und in klarerem Deutsch benoetigt: eine durchaus akzeptable Kritik gibets hier.)
Eine Kapelle jedenfalls, die gekonnt Hosenschlitzsolos (grossartige Kameraeffekte!) nach nOstalgie-Pathos (bessere Qualitaet bei Bild und Ton oder Schrank) auf eine Scheibe presst, eine eigene Buehnenskulptur (lebensgross!) besitzt und diese auf dem aktuellen Ohrenschmaus sogar fuer Olympia trainieren laesst; dort ueber belanglose Themen wie Gewinnsucht (von wem das gecovert ist, brauch ich an dieser Stelle sicher nicht erwaehnen) genauso ueberlegen hinwegrauscht, wie ueber schwierige Prozesse in Kindheit, Jugend (grossartige Interpretation eines fruehen alexandritischen Werkes) und Alter, kann eigentlich fuer sich alleine sprechen.
Vor etwa einer Woche trat ein kleines Problem auf. Witzigerweise in einem Moment, wo ich gerade auf verschiedenen Webseiten die ueblichen Kontrollgaenge in Bezug auf Erreichbarkeit und Aktuelles durchgefuehrt habe. Nach dem ersten Schock (verdammt, eins der CMS wurde gehackt) die Erkenntnis, alles halb so schlimm, ist nur…
Google.
Menschliches Versagen. Nagut. Davon wird in so Datenschutz-Kontexten eh schon immer geredet.
Trotzdem schoen, mal ein wenig zu spueren, wie maechtig Big G wirklich ist und etwas davon zu sehen was im Hintergrund passiert. Und wie schnell so ein Schalter umgelegt werden kann. Wie war das noch mit Picasa auf der Festplatte, Google-Maps, G-Mail, G-Kalender, Android, etc.? Sachen, die fuer Viele zum alltaeglichen Leben gehoeren.