Sind wir nicht alle ein bisschen Lobo?

Weihnachten ist familiaer (Spaghettimonster sei Dank) inzwischen nahezu kommerz- und damit schmerzlos geworden.

Ein Buch hats dann aber doch auf den Gabentisch gebracht: “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” von Passig und Lobo. (Ja, ich hab mich entsprechend bedankt… und es ueberraschender Weise auch noch vor Silvester bewaeltigt.)

Zielgruppe des Buches duerften alle Menschen sein, die mit den Anforderungen unserer poststrukturalistisch und individualisiert verkomplizierten Welt kaempfen und dabei nicht alles so geregelt bekommen, wie es im Familienmanagementkurs an der VHS oder in der beachtlichen Selbsthilferatgebungsliteratur vermittelt wird.

Viele der angepickten Sachen regen zum  Neu- und vielleicht sogar Umdenken an, auch wenn mir persoenlich die Prokrastination als Bewaeltigungsstrategie in diesem Buch zu pathologisierend wirkt und zu viele Dinge rundumschlagend durchgewunken werden, bzw. vielleicht dann doch ein wenig zu bagatellisierend und noch ein Stueckchen zu positiv egofaerbend herueberkommen. Angenehm jedoch der Diss an die Selbstdisziplin und allgemein der Versuch, etwas gegen die Leistungs- und Erfolgsorientierung unserer Gesellschaft zu setzen.

Insofern: lesenswert ist es. Auch wenn die Chance, dass eine Person, die sich selbst mit gutem Gewissen als lobo-ian (Lifestyle of bad organisation) bezeichnen wuerde, dieses Buch selber besorgtliest, entsprechend gering sein duerfte. Ob es deswegen schon eine Audio-CD gibt…

Posted Januar 5th, 2009 in Alle gemein, aufgeschnappt, gegentrend.

3 Kommentare:

  1. st.:

    ich mag das thema. aber ich finde lobos frisur so ätzend, dass ich es erst lese, wenn er die ändert.

    das kann man jetzt entsetzlich flach und oberflächlich finden. ist es ja auch. und trotzdem.

  2. madchiq:

    Dir gefaellt das rot nicht, richtig?

  3. st.:

    mensch, madchiq. geschlagene 2 tage hast du gebraucht, um diese steilvorlage zu verwandeln. du schwächelst! :))

    die frisur steht ihm nicht, finde ich. sie sieht nach “hauptsache anders” aussehen aus. klar, sie muss mir ja auch nicht gefallen. aber trotzdem lese ich deswegen das buch nicht. irgendwie muss man protest doch ausdrücken. und ich bin nicht der typ, der hingeht und ihn fesselt und umfrisiert. das ist sozusagen das stille aufbegehren der kleinen frau. (ich werde irgendwann weltgeschichte schreiben mit solchen sätzen. stilles aufbegehren, kleine frau – TOLL!)

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