Weihnachten ist familiaer (Spaghettimonster sei Dank) inzwischen nahezu kommerz- und damit schmerzlos geworden.
Ein Buch hats dann aber doch auf den Gabentisch gebracht: “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” von Passig und Lobo. (Ja, ich hab mich entsprechend bedankt… und es ueberraschender Weise auch noch vor Silvester bewaeltigt.)
Zielgruppe des Buches duerften alle Menschen sein, die mit den Anforderungen unserer poststrukturalistisch und individualisiert verkomplizierten Welt kaempfen und dabei nicht alles so geregelt bekommen, wie es im Familienmanagementkurs an der VHS oder in der beachtlichen Selbsthilferatgebungsliteratur vermittelt wird.
Viele der angepickten Sachen regen zumĀ Neu- und vielleicht sogar Umdenken an, auch wenn mir persoenlich die Prokrastination als Bewaeltigungsstrategie in diesem Buch zu pathologisierend wirkt und zu viele Dinge rundumschlagend durchgewunken werden, bzw. vielleicht dann doch ein wenig zu bagatellisierend und noch ein Stueckchen zu positiv egofaerbend herueberkommen. Angenehm jedoch der Diss an die Selbstdisziplin und allgemein der Versuch, etwas gegen die Leistungs- und Erfolgsorientierung unserer Gesellschaft zu setzen.
Insofern: lesenswert ist es. Auch wenn die Chance, dass eine Person, die sich selbst mit gutem Gewissen als lobo-ian (Lifestyle of bad organisation) bezeichnen wuerde, dieses Buch selber besorgtliest, entsprechend gering sein duerfte. Ob es deswegen schon eine Audio-CD gibt…