Archive for the ‘gegentrend’ Category

Udo und so…

In Gedanken spiel ich ja oft “Kill your idols”.  (An alle RAF-Spezialisten und Amok-Paranoiden: Nee, nee, ist jetzt wirklich eine Metapher. So von wegen Individualitaet und so. Nich wahr Udo, Du weisst, was damit gemeint ist.) Und Du, Udo, bist da laengere Zeit nicht aufgetaucht. Warum war mir gar nich mal so klar…

Nun schon, denn was Du auf der Buehne zum 2. Udo-Lindenberg-Preis abgeliefert hast, war jenseits der HutGuertellinie. Nein, nich der Deiner aufreizenden “Miezchen”, die Du alter Sackaltes Kunstprodukt begrapschen, ablecken und auf Dir “rumreiten” lassen darfst. Weil das is ja individuell, nich? Und auch die Gegend um Deinen herumschwingenden Mikro-Schwanz oder den mit Eierlikoer (oder was auch immer Du Dir vor der Show hineingezwitschert hast) gefuellten Bauch, ist nich gemeint. So ganz von wegen… und so, Du weisst ja. Is dann naemlich nich mehr peinlich, wenn der Name des ach so wichtigen – weil ja Hermann Hesse und so, mit dem Du ja ganz viel gemeinsam hast – Ort (Steppenwolf hilf, Tuebinger Dom an der Nagold), an dem Du drei Stunden vorher mit Deinem Porsche warst, nich mehr im versoffenen Kopp is. Apropos Porsche – wie war das auf Deiner Werbe-Veranstaltung? 80,- Euro retten ein Leben in Afrika, im Land der rockenden weissen Pfarrer? Huiuiui…

Jedenfalls – ich, als eines Deiner hoffnungsvollen (und teilweise richtig guten und somit Abend rettenden) Nachwuchs-Talente haette jetze – nach der Veranstaltung – echt ein dolles Vorbild. Denn diese bloede Sache, dass nich einmal ein Lieblingslied vom grossen Udo parat ist, waere jetze was voellig anderes. Andererseits – ein cooles Video, ein bisschen Klimpergeld und so ein dolles Coaching waere es vielleicht trotzdem auch schon wert gewesen.

Dass Du lustige Schilder gegen Nazi-Demos aufstellst und dabei mit Deinem genialen und legendaeren Marzipan-Produkt in der weil pinken “Maedchen-Turnhalle” wirklich bessere Witze machst, da weiss ich noch nich ganz wie ich das finde. Da Du ja Kult bist, wird das schon gut sein.

Bloed find ich jedoch, dass ich Dich alten Selbstmoerder und Deine Panik-Greise, denen Du publikumswirksam auch  in wirtschaftlich (nich eher kuenstlerisch?) schlechten Zeiten keinen Arschtritt gibst, jetz nich mehr killen brauch.

Weiterfuehrend: Tagblatt.

Ach, verdammt…

Wenn ich schon die ganze Zeit an der Arbeit zu bzw. gegen irgendwelche/n Schoenheitsidealen herum bastel, kann ich auch das Video, welches mich dazu am meisten angesprochen hat, hier hinein packen.

Fuehl Dich gefaelligst angesprochen.

Ist natuerlich Werbung – aber manchmal gibts dort halt auch echt Perlen zu picken.

Und irgendwas ist ja immer.

CD des Monats: Stadtranderholung

Sicherlich haben Sie schon die diesmalige CD des Monats vermisst. Dieses im Zwielicht der Musikkritiken hoch angesehene Blog hat diese Kategorie jetzt doch schon mehrere Jahre vernachlaessigt und wird dies sicherlich auch in Zukunft tun.

Dennoch, Rituale muessen gebrochen werden und von daher, mal was Sinnvolles fuer Koerper und Geist:

Kapelle Petra - Stadtranderholung

Kapelle Petra - Stadtranderholung

Nach den ersten beiden Kassenschlagern Felsen und Schrank folgt jetzt die Stadtranderholung. Ich moechte mich hier gar nicht ueber die Genialitaet dieser Titel und die unendlich vielen, vielen kleinen zu findenden Schmankerl auslassen… (Wer es ausfuehrlicher und in klarerem Deutsch benoetigt: eine durchaus akzeptable Kritik gibets hier.)

Eine Kapelle jedenfalls, die gekonnt Hosenschlitzsolos (grossartige Kameraeffekte!) nach nOstalgie-Pathos (bessere Qualitaet bei Bild und Ton oder Schrank) auf eine Scheibe presst, eine eigene Buehnenskulptur (lebensgross!) besitzt und diese auf dem aktuellen Ohrenschmaus sogar fuer Olympia trainieren laesst; dort ueber belanglose Themen wie Gewinnsucht (von wem das gecovert ist, brauch ich an dieser Stelle sicher nicht erwaehnen) genauso ueberlegen hinwegrauscht, wie ueber schwierige Prozesse in Kindheit, Jugend (grossartige Interpretation eines fruehen alexandritischen Werkes) und Alter, kann eigentlich fuer sich alleine sprechen.

Nagut.

Respekt

Um- und Neudeutungen sind gut und zuechtig… wahrhaft konsequente Anti-Werbung schwer zu schaffen. Das zu bewerbende Produkt nebenbei als minderwertigen Dreck betiteln – grossartig. No future… besser koennte die Zukunft der Automobilindustrie ebenfalls nicht dargeboten werden – zumindestens bis neu gewuerfelt wurde.

Ich mag Werbefachleute, die einen nostalgischen Euphorie-Flash haben und das als vermarktbare Idee verkaufen. Zumal wenn sie es kontextbezogen noch dermassen gekonnt machen… 100 Regeln. Oekobewusster Sauberbiedermainstream.

Kurz: Der neue Punk. (Wahlweise mit Highend- oder Standard-Zugang…)

Sind wir nicht alle ein bisschen Lobo?

Weihnachten ist familiaer (Spaghettimonster sei Dank) inzwischen nahezu kommerz- und damit schmerzlos geworden.

Ein Buch hats dann aber doch auf den Gabentisch gebracht: “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin” von Passig und Lobo. (Ja, ich hab mich entsprechend bedankt… und es ueberraschender Weise auch noch vor Silvester bewaeltigt.)

Zielgruppe des Buches duerften alle Menschen sein, die mit den Anforderungen unserer poststrukturalistisch und individualisiert verkomplizierten Welt kaempfen und dabei nicht alles so geregelt bekommen, wie es im Familienmanagementkurs an der VHS oder in der beachtlichen Selbsthilferatgebungsliteratur vermittelt wird.

Viele der angepickten Sachen regen zum  Neu- und vielleicht sogar Umdenken an, auch wenn mir persoenlich die Prokrastination als Bewaeltigungsstrategie in diesem Buch zu pathologisierend wirkt und zu viele Dinge rundumschlagend durchgewunken werden, bzw. vielleicht dann doch ein wenig zu bagatellisierend und noch ein Stueckchen zu positiv egofaerbend herueberkommen. Angenehm jedoch der Diss an die Selbstdisziplin und allgemein der Versuch, etwas gegen die Leistungs- und Erfolgsorientierung unserer Gesellschaft zu setzen.

Insofern: lesenswert ist es. Auch wenn die Chance, dass eine Person, die sich selbst mit gutem Gewissen als lobo-ian (Lifestyle of bad organisation) bezeichnen wuerde, dieses Buch selber besorgtliest, entsprechend gering sein duerfte. Ob es deswegen schon eine Audio-CD gibt…

Problematische Grossdemo in Stuttgart

“Rech will damit vor allem Aufmärsche von militant auftretenden Rechtsextremen verhindern.”

Muha! Und jetzt protestiert die daemliche Antifa und Co. auch noch dagegen…

Von “einem” schwarzen Block – was auch immer das fuer die Lesenden und den Schreiberling heissen mag – zu schreiben ist im Uebrigen schlicht gelogen (ich hab wenigstens zwei gezaehlt) und trotzdem, einen dermassen friedlichen Ablauf (zumindest auf Seiten der Demonstrierenden) als angespannt hinzukloeppeln, na vielen Dank auch.

Von den Restriktionen wird stattdessen nix erzaehlt, bspw. dass schoen und kilometerweit um die eigentliche Route herummarschiert werden musste und damit ein Effekt der Demo von vorneherein ausgehebelt wurde. Und dass trotz dem beschissenen Wetter Tausende auf den Beinen waren (die 2.500 halt ich fuer stark untertrieben…) koennte auch anders formuliert werden, aber die Zeitungen muessen ja objektiv berichten.

Wir werden alles korrekt formulieren.

Dessen bin ich mir sicher.

Nachtrag: indymedia.org, TAZ

Polly anyone?

Polyarmory

NOSP

Auch nach einer Nacht drueber schlafen, halte ich den SPONtanen Boykottaufruf (via) noch fuer eine gute Idee und da ich zufaellig auch noch das Grafikprogramm offen hatte, steck ich den naechsten Button dazu:

NOSP